Kohlenhydrate
Kohlenhydrate (KH) spielen eine wichtige Rolle bei der Ernährung des Menschen. Von der chemischen Seite gesehen, handelt es sich um Verbindungen aus Kohlenstoff mit Wasserstoff und Sauerstoff. Die letzten beiden Elemente finden sich auch im Wasser (hydro), daher die Endsilbe -hydrate.
Aus sechs Kohlenstoffatomen aufgebaute Kohlenhydrate, die ringförmig angeordnet sind, sind am häufigsten. Liegt ein solcher Ring einzeln (= mono-) vor, spricht man von Einfachzucker oder Monosaccharid (vom griechischen saccharum = Zucker). Sind zwei (= di-) Ringe miteinander verbunden, handelt es sich um Disaccharide. Wenn viele (= poly-) dieser Ringe in einer Kette vorliegen, spricht man von Polysacchariden oder komplexen Kohlenhydraten.
Kohlenhydrate im Essen
Bei der Verdauung werden die Mehrfachzucker durch Fermente im Speichel und Dünndarm in immer kleinere Bruchstücke aufgespalten, bis Einfachzucker – vor allem Traubenzucker – vorliegt. Diese werden über die Darmschleimhaut ins Blut aufgenommen und dienen als Energiequelle für die Körperzellen (ein Gramm Kohlenhydrate liefert etwa vier Kilokalorien).
Je größer die Kohlenhydratketten, umso langsamer ist der Abbau in Glukose und damit der Anstieg des Blutzuckerspiegels. Medikamente wie Acarbose hemmen teilweise die Spaltung der Kohlenhydratketten, wodurch es zu einer verminderten Aufnahme von Glukose kommt.
Manche Polysaccharide können nicht verdaut werden – sie haben keinen Einfluss auf den Blutzucker, sind aber wichtig als Ballaststoffe.
Empfohlen wird ein Kohlenhydratanteil in der Nahrung von über 50 Prozent. Dabei sollten vor allem komplexe Kohlenhydrate aufgenommen werden, wie sie in Vollkornprodukten, Obst und Gemüse vorkommen.
Kohlenhydrate und Diabetes
Für die Aufnahme von Glukose in die Körperzellen ist Insulin notwendig. Fehlt – wie bei Diabetes – Insulin, steigt nach Glukoseaufnahme der Blutzucker stark an. Früher wurde daher bei Diabetes grundsätzlich die Kohlenhydrataufnahme mit der Nahrung beschränkt.
Mittlerweile gilt eine hohe Zufuhr von komplexen Kohlenhydraten jedoch als erwünscht. Denn bei Typ-1-Diabetes können durch moderne Therapien Insulin und Kohlenhydrate gut aufeinander abgestimmt werden. Bei Typ-2-Diabetes steht eine Reduktion des Körpergewichts durch Beschränkung der Fett- und Eiweißaufnahme im Vordergrund. Nur bei Behandlung mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen müssen die Kohlenhydrate berechnet werden, um Unterzuckerungen zu vermeiden.





